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Aus dieser Verfassung seines Bewusstseins droht der Mensch sich von der Natur ebenso zu entfremden wie von seinem im Geiste wurzelnden Wesen. Er erlebt sich mehr und mehr wie abgekapselt in sich selbst und konstruiert sich mechanisch und elektronisch eine Außenwelt, die keine Natur mehr ist, keine lebendig wirksame Geistigkeit, sondern ein Artefakt seelenloser Intellektualität. Wie aber, wenn man aus dem Inneren heraus, aus der erkrafteten Geistseele, den Blick auf die aus dem Leben heraus formenschaffende Natur lenkt, wie, wenn aus den Ideen der Geisterkenntnis sich das entwicklungsinaugurierende Prinzip offenbart, das diese Formen schafft? Der Mensch, der sich solcherart aus der Geisterkenntnis wesenhaft als Individualität erfasst, findet in sich den Geist, der sich in ideengetragene Willenskräfte umsetzt. Diese ideenerhellten Willenskräfte greifen lenkend in die Kräftewelt der Natur ein. Diesen Weg vorbereitend verweist Goethe auf die Kunst: «Wem die Natur ihr offenbares Geheimnis zu enthüllen anfängt, der empfindet eine unwiderstehliche Sehnsucht nach ihrer würdigsten Auslegerin, der Kunst.»[1]
- ↑ Johann Wolfgang von Goethe: Maximen und Reflektionen, Nr. 720, Hamburger Ausgabe, Bd. 12, München 1987.






