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Die Ideenformen der anthroposophischen Geisteswissenschaft haben den Charakter, dass sie im gedanklichen Erschließen ein Leben entbinden, das zur Tat anregt. So lässt sich, wie im Kapitel «Die Dreigliederung des Menschen und die landwirtschaftliche Individualität» (S. 88 ff.) geschildert, aus dem Ideenzusammenhang der Dreigliederung des Menschen und dem tätigen Darinnenstehen in einem Hoforganismus unmittelbar nachvollziehen, wie einerseits das Wärme-Luft-Element über der Erde die Stoffe der Erde in Lebensprozesse einbezieht und diese einer Art Verdauung,[1]einem fortdauernden Wandel ihrer Erscheinungsformen unterliegen, und wie andererseits das Stoffelement der Erde und des Wassers in den Tiefen, unter dem Niveau des Bodens, aus dem Leben herausgefallen sind und im Kristallisieren durch und durch Form werden. Eine gewaltige Polarität der Höhen und Tiefen, der Substanzprozesse und des Erstarrens in der Form, der Bewegung und der Ruhe tut sich auf. Es ist eben jene Polarität, die sich mikrokosmisch im Menschen als die Pole seines Stoffwechsel- und Nerven-Sinnes-Systems zusammendrängt. Wie diese Pole ihren rhythmischen Ausgleich im pulsierenden Herzen und in der Lungenatmung finden, so jene der Höhen und Tiefen in der rhythmischen Dynamik des Bodens (Abbildung 14).
- ↑ Rudolf Steiner: Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft, GA 327, Vortrag vom 10. Juni 1924, Dornach 1999, S. 47.






