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der Wurzelhaare durchdringen (vgl. Kap. «Der Frühjahrsprozess und die Bodenbearbeitung», S. 213 ff.). Die Wurzelhaare gruppieren sich in rhythmischer Anordnung rund herum um den Wurzelkörper. Es sind Ausstülpungen aus den nicht mehr teilungsfähigen Zellen der Wurzelhaut (Epidermis). Als solche sind sie einerseits stoffwechselaktiv, indem durch sie die Assimilate aus den oberirdisch ergrünenden Pflanzenorganen über den absteigenden Phloemstrom in das Erdreich ausströmen und dort das Mikroben- und Pilzleben der Rhizosphäre aktivieren und symbiontisch an sich binden. Die Wurzelausscheidungen (Exudate) betragen im Mittel der Kulturpflanzenarten etwa 30% ihrer Assimilationsleistung.[1]So steuert der Ätherleib der Pflanzen gemäß ihren Wachstumsrhythmen und -bedürfnissen über den Assimilationsstrom (Phloem) das Bodenleben – es sind niedermolekulare Eiweiße, Kohlehydrate, Enzyme, Vitamine, Säuren, Komplexbildner, Cumarine, Phenole, Glykoside, Alkaloide, ätherische Öle, Ethylen.[2]Anderseits sind die Wurzelhaare sinnesaktiv. «Die Wurzel der Pflanzen […]: Es ist ein Auge, aber ein schlechtes Auge.»[3]Die Wurzelhaare nehmen gleichsam die Salze wahr, die sich durch ihre eigene Stoffwechseltätigkeit (Austausch-Prozesse) sowie durch ihre Symbionten im feucht-wässrigen Milieu des Bodens gelöst haben. In prozessual gegenläufiger Gleichzeitigkeit – eine Eigenschaft des Lebensleibes – scheiden die Wurzelhaare die Assimilate in die Wurzelumgebung aus, regen mit diesen mikrobielle Abbauprozesse an und nehmen deren Endprodukt, das mineralisierte, tote Salz auf. Es gelangt im Gegenstrom zu den Assimilaten durch das Zellgewebe der Wurzeln und mündet in den aufwärts gerichteten Xylemstrom. Der eine, tote mineralische Strom von unten, und der andere, lebendige von oben, sind durch das Kambium voneinander getrennt.

  1. Christoph Felgentreu, Kirsten Engelke: Konzepte zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, Deutsche Saatveredelung AG, Lippstadt.
  2. Lexikon der Biologie, https: www.spektrum.de.
  3. Rudolf Steiner: Die Schöpfung der Welt und des Menschen, Erdenleben und Sternenwirken, GA 354, Vortrag vom 9. August 1924, Dornach 2000, S. 154.