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Die synthetisierten Stickstoffsalze erfüllen nur scheinbar den Begriff der Düngung. Sie düngen nicht, sondern treiben und hypertrophieren die Pflanze reproduktiv in eine wässrige Massenwüchsigkeit. Das Studium der dabei auftretenden Phänomene hinsichtlich Physiologie und Gestaltbildung ist überaus lehrreich und fordert geradezu dazu auf, den Begriff der Düngung neu zu fassen. «Die Pflanze lebt […] unmittelbar mit Erde und Wasser.»[1]Im bloß wässrigen Milieu entwickelt sich das pflanzliche (und auch tierische) Leben bis zu niederen Evolutionsstufen, in der durchfeuchteten Erde entfaltet sie ihre Wurzeltätigkeit. Sie wächst aktiv in das Element des «Festen-Erdigen» hinunter und entwickelt in der Region der Wurzelhaare eine Stoffwechselaktivität in der Aufschließung mineralischer und im Abbau organischer Materialien sowie eine Sinnesaktivität gegenüber allem «was Erde [Salz; Anmerkung des Verfassers] und Wasser ist».[2]Düngung heißt daher, die Erde direkt zu beleben, «und das kann man nicht, wenn man mineralisierend vorgeht».[3]Eine die Erde selber belebende Düngung umfasst ein Dreifaches:

  1. Rudolf Steiner: Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft, GA 327, Vortrag vom 15. Juni 1924, Dornach 1999, S. 192.
  2. Ebd., S. 192.
  3. Ebd., Vortrag vom 13. Juni 1924, S. 122.