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Der Stapelmist
Im Liegeboxen-, Tretmist- und Anbindestall wird täglich bzw. mit Schubstangenentmistung mehrmals am Tag ausgemistet. Ein Teil der Jauche wird getrennt erfasst. Der übrige Teil gelangt als Mist-Einstreu-Jauchegemisch auf ein stallnahes Zwischenlager. In diesem beginnen, schon nach kurzer Verweildauer, die Phasen 1 und 2, Erwärmung und Durchlüftung, und damit unkontrollierte Abbauprozesse mit Substanzverlusten. Vom Zwischenlager wird der Festmist entweder zur Weiterrotte auf Feldmieten gebracht oder kompostiert. In beiden Fällen setzt Phase 1 und 2 erneut ein mit abermaligen Substanzeinbußen. Um diese zu minimieren, sollte das altbewährte Stapelmistverfahren neu bedacht und gehandhabt werden. Eine undurchlässige Bodenplatte mit ringsherum Abflussrinnen für Jauche und Regenwasser sind hierbei allerdings unvermeidlich. Der täglich in einer Vertiefung anfallende Frischmist wird möglichst sofort mit Frontlader und Stallmistzange aufgenommen und portionsweise nebeneinander in der Breite der Mistplatte abgesetzt. Präzises Arbeiten ist hier angesagt. Vor diese erste Reihe folgt eine zweite und dritte usw. Währenddessen erwärmt sich die erste, zweite usw. Reihe, sodass in gleicher Reihenfolge die zweite Lage portionsweise platziert werden kann und schließlich eine dritte und vierte Lage usw. bis zur maximal technisch machbaren Höhe. Ist diese mit der ersten Reihe erreicht, kann mit der ersten Lage der daran anschließenden Partie begonnen werden. So baut sich der Stapel nach und nach in Breite und voller Länge auf. Durch den Druck der auflagernden Schichten werden die Phasen Erwärmung, Entgasung und Durchfeuchtung rasch und unvollständig durchlaufen und enden in der Fermentation. Insofern spielen sich im fachgerecht aufgesetzten Stapelmist dieselben Prozesse ab wie im Tiefstall. Gleichwohl sind die Substanzverluste (ca. 20%) wegen der allseitigen Exposition gegenüber der Außenluft höher als beim Tiefstall. Die Verrottung schreitet an den fast senkrechten Seitenflächen und der Oberfläche schneller voran, ersichtlich u.a. am Auftreten von Hutpilzen.






