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In den Blüten, die die kugelige Gestalt der freistehenden Kamille umhüllen und abschließen, erscheint ihr durchlichtetes, durchwärmtes und durchlüftetes Wesen nochmal auf höherer Stufe. Der Schwefelprozess durchdringt, im Vergleich zur Schafgarbe, auf andere Art die ganze Pflanze bis herunter in die Wurzel. Und statt das Kali wie diese lebendig im Erdig-Wässrigen zu halten, ätherisiert die Kamille das aufwärtsströmende Kalium-Kalzium im Wirkensbereich von Wärme und Luft, gipfelnd in der Blüte, die einen intensiven Duft ausströmt. Was in der Blüte prozessual an ein Ende kommt, bildet in der Präparation der Kamille den Anfang zu Neuem. Diese Umstülpung wird durch das Stopfen der gesammelten Kamillenblüten in eine tierische Formhülle, in ein Stück des Dünndarms der Kuh, eingeleitet (Abbildung 27). Der Dünndarm (Infestum tenue) schließt sich dem vom Magen kommenden Zwölffingerdarm (Duodenum) an, geht in den Hüftdarm (Ilium) über, der in den Blinddarm (Caecum) mündet. Das lange Zwischenstück bildet der Leerdarm (Jejunum), der girlandenoder kranzartig die spiralförmig angelegte Grimmdarmscheibe (Colon) umgibt. Diese bildet das Mittelstück des Dickdarms zwischen Blind- (Caecum) und Mastdarm (Rectum). Für die Präparation kommt der Leerdarm in Frage. In ihm findet, eingeleitet durch Sekrete, die in den Zwölffingerdarm münden (Leber, Galle, Pankreas), und durch die darmeigenen Drüsen, das Hauptverdauungsgeschehen statt. Die Darmwand des Leerdarms ist um ein Vielfaches durch die eng aufeinanderfolgenden Darmzotten vergrößert. Geschützt durch die mächtige Schleimhaut (Mucosa), reichen in den Zotten die Blut- und Lymphgefäße bis weit in den Darmkanal hinein. In diesem findet durch Drüsensekrete und bakteriellen Abbau die nahezu vollständige Mineralisierung der aufgenommenen Nahrung statt. Es ist ein intensives Stoffwechselgeschehen, begleitet von rhythmischen Bewegungen des Erschlaffens und Wiederaufrichtens der Darmzotten sowie der Peristaltik der Darmwände durch eine Muskelschicht, die ihrerseits durch eine stark mit Nervengewebe durchsetzte, nahezu durchsichtige Haut, die Serosa, die Darmwand gegen das Innere der Bauchhöhle abgrenzt. Diese Gliederung in drei Häute und den Dreiklang ihrer Funktionen zeigt auch die Hirschblase. Und doch stehen beide Organsysteme polar zueinander. Die Blase zentriert und speichert die aus der Niere abgesonderte Flüssigkeit






