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Das Erscheinungsbild des Löwenzahns
Der Löwenzahn offenbart in allen seinen Gliedern eine Fülle von Phänomenen, die erstaunen lassen und auf einen einzigartigen Charakter hinweisen, der ihn selbst aus der Besonderheit der Kompositenfamilie (Korbblütler) heraushebt. Er ist ein Frühjahrsblüher – wenige gelbe Farbtupfer finden sich dann nochmal gegen den Frühherbst. – Dem zarten weiß-violetten Schleier des Wiesenschaumkrautes (Cardamine pratensis) folgend, überziehen sich im April die Wiesen, Weiden, Wegraine mit einer goldgelben Decke des aufblühenden Löwenzahns. Dies geschieht just in dem Augenblick, wo die Erde aus ihrer winterlichen Zurückgezogenheit ihr seelisch-geistiges Sein wieder in den Umkreis ausatmet. Das Meer von Löwenzahnblüten erscheint wie ein Bild dieser Wiederverbindung von Erde und Kosmos. So schnell er Ende März erschienen ist, so schnell verschwindet er Ende April dem Blick durch die nun rasch aufwachsenden Nachbargräser und -kräuter. Über das ganze auf die Blüte folgende Jahr konzentriert und bewahrt er die Kräfte aus Kosmos und Erde, die dann, unter den Strahlen der aufsteigenden Frühjahrssonne des nächsten Jahres, plötzlich über Nacht, Welle um Welle, die Blütenstiele emporschießen lassen. Sie tragen die Blütenknospen empor, die sich auf dem breit ausladenden Blütenboden öffnen und den Korb voller Strahlenblüten der Sonne zuwenden.






