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Indem sich auch die letzten Korbblättchen herabsenken, entfalten sich, eng zusammengedrängt, auf dem geweiteten Blütenboden in strahlendem Goldgelb 100 bis 200 Einzelblüten, eine zweite Rosette auf höherer Stufe dem Himmel zugewandt. Sie blühen vom Rand her nach und nach gegen das Zentrum des Blütenkorbes auf. Dieser bewegt sich dem Sonnengang folgend. Am Spätnachmittag stellt sich ein Teil der Korbblättchen wieder aufrecht, gleichzeitig senkt sich der Blütenboden, sodass alle Strahlenblüten in einem Bündel emporgerichtet zusammenstehen und von den Korbblättern wieder knospenartig umhüllt werden. Bei schönem Wetter kann sich das rhythmische Öffnen und Schließen mehrere Tage wiederholen; bei regnerischer Trübe bleiben die Blütenköpfchen geschlossen. Nach dem Abblühen hebt sich zum letzten Mal ein Teil der Korbblättchen. Sie halten in der nun folgenden Samenbildung die Fülle der Blüten fest umschlossen. Währenddessen wächst der Röhrenstängel noch immer weiter in die Höhe, den aufwachsenden Gräsern und Kräutern vorauseilend. In dieser letzten Umhüllung vollzieht sich auf dem Blütenboden bezüglich der Samenbildung eine Umstülpung in folgender Weise: Der Same steckt mit dem Köpfchen im Blütenboden, während sein Gegenpol, an welchem die fein-fädigen Kelchblätter sitzen, nach oben himmelwärts ragt. Während der Samenreife wird erneut ein Bewegungsimpuls rege: Aus dem Kelchpol des Samens wächst ein dünner Stiel, der an seiner Spitze die fädigen Kelchblätter, den Pappus, trägt. Im Emporwachsen schieben diese die verwelkten Blütenblätter nach oben aus der Korbblättchenumhüllung heraus. Nach dieser längeren Vorbereitung schlagen sich sodann die Korbblättchen ein letztes Mal nach unten, der Blütenboden wölbt und rundet sich zu einer Kugel, auf der langgestielt die filigrane «Pusteblume» erscheint (Abbildung 30, S. 409). Sie ist in ihren vielen Einzelschirmchen immer vollständig gebildet, da alle Samenfrüchtchen sich im Blütenboden entwickelt haben. Ausgereift lösen sich die Samen aus dem Blütenboden und segeln einzeln mit dem nächsten Windstoß davon.