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Der Sämling des Baldrians bildet zunächst eine Pfahlwurzel, die bald abstirbt. Der Stängel bleibt anfänglich gestaut und aus ihm entwickelt sich eine lockere Blattrosette. Im Erdreich, im Übergang zur Wurzel, teilt er sich in mehrere, kurze, walzenförmige Rhizome – eine Art vegetativer Fruchtbildung im Wurzelbereich –, von welchen aus die Wurzeln in Strängen bogenförmig nach außen und in die Tiefe greifen. Sie umschließen sphärisch einen nach unten offenen Innenraum, zerteilen sich in die Feinbewurzelung und stellen damit den Typus der «irdischen Wurzel»[1] dar (Abbildung 33). Die Rhizome weisen in Fortsetzung des lufterfüllten Stängels Höhlungen auf. Im Übergang zu den leicht verdickten Wurzelsträngen, die ebenfalls Duftstoffe enthalten, bilden sich zum Herbst hin Knospen, die zu neuen Trieben auswachsen. Zu dieser Form vegetativer Vermehrung kommt noch die Bildung von Ausläufertrieben hinzu, die sich an ihren Sprossknoten neu verwurzeln.

  1. Rudolf Steiner: Ebd., Vortrag vom 10. Juni 1924, S. 56.