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Alles Qualitative lebt sich in Polaritäten dar, so in den Gegensätzen von Wesen und Erscheinung, Geist und Stoff, Licht und Finsternis, etc. Die Synthese dieser Polaritäten lässt sich nicht in gegenständlicher Betrachtung finden, sondern sie vollzieht sich in denkender und fühlender Anschauung, die dem Wollen die Richtung weist. Die Synthese findet im Innern, in der Geist-erkenntnis des Menschen statt. Das ist die große Herausforderung! Die bloß auf das Leblose gerichtete analytische Denkungsart weicht dieser Herausforderung aus. Ihr fehlen die Begriffe, die dem Qualitätsbegriff einen objektiven, wertenden Inhalt geben. Wertende Begriffe schließen den Faktor «Zeit» ein; sie bringen das Denken in Bewegung, machen es bildhaft und damit erlebbar. Damit betritt man einen Pfad, auf welchem die Denkkraft Mittlerin werden kann zwischen dem sinnenfällig Gegebenen und demjenigen, was sinnlichkeitsfrei aus dem Geist erforscht ist. Erst indem man sich bemüht, beide Phänomenfelder – das sinnliche und das geistig-übersinnliche Feld – sich im kraftvollen Denken gegenseitig beleuchten zu lassen, kann das wertende Urteilen objektive Aussagekraft erhalten.