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Die Landwirtschaft des 20./21. Jahrhunderts wird zunehmend zu einer ökologischen Frage und, darüber hinausgehend, zu einer Frage nach der Bildung der Erde, im Sinne von Novalis' «Zur Bildung der Erde sind wir berufen».[1]Zugleich aber, und noch wenig in ihrer immensen Tragweite erkannt, stellt sie sich heute – das gesamte zivilisatorische Leben übergreifend – als soziale Frage dar. Sie ist es, die laut nach einem Sinneswandel im Bewusstsein des Menschen gegenüber den Dingen und Wesen der Natur ruft. Der Mensch ist aus der Schöpfung zu einem selbständigen, freien Schöpfertum aufgestiegen. Will er dies «wahrhaben» und danach handeln? Will er, statt nur sich selbst zu dienen, sich selbstlos und mutig für andere und anderes in die Bresche schlagen? Die Landwirtschaft entbehrt, so wie sie unter der Dominanz rationaler Technologie geworden ist und unter dem Trend zu digitaler Steuerung immer mehr zu werden verspricht, kulturerneuernder Impulse. Diejenigen aber, die den Mut haben, ihren eigenen Einsichten folgend biologisch-dynamisch zu wirtschaften, werden bemerken, dass alsbald aus keimhaften Ansätzen inselartig eine neue Kultur aufblüht, die ausstrahlt. Sie sind dann von der Gewissheit erfüllt, dass der eingeschlagene Weg, so viel Hindernisse sich
- ↑ «Wir sind auf einer Mission: zur Bildung der Erde sind wir berufen», Novalis (1772–1801, Dichter der deutschen Romantik), Blüthenstaub, § 32.






