Translations:Benutzer:Arian/Klett-Mini-Test/1714/de

Aus BiodynWiki

Bedeutung haben. Die Kunst hingegen braucht Ideenbilder, die lebendig die Seele erfüllen und in ihr wachsen können. Gestaltet man diese gelebten Gedankenbilder nach außen, entsteht das Kunstwerk, das sich neben die Natur hinstellt, sie aber nicht abbildet, sondern im geistigen Erfassen und Erleben der Idee des Urbildes, des Typus oder Wesens, dieses künstlerisch im Bild nachzuschaffen versucht. Goethe hat anhand der Phänomene, die das Pflanzenreich dem Auge darbietet, nach dem Urphänomen gesucht, das geistig allen Pflanzenbildungen zugrunde liegt. Er hat es in der Idee der «Urpflanze» geistig imaginativ so konkret gefasst, dass er sagen konnte, «mit diesem Modell [der Urpflanze; Anmerkung des Verfassers] und dem Schlüssel dazu kann man alsdann noch Pflanzen ins Unendliche erfinden, die konsequent sein müssen, das heißt, die, wenn sie auch nicht existieren, doch existieren könnten und nicht etwa malerische oder dichterische Schatten und Scheine sind, sondern eine innere Wahrheit und Notwendigkeit haben. Dasselbe Gesetz wird sich auf alles Lebendige ausdehnen lassen.»[1]

  1. Johann Wolfgang von Goethe: Goethes Werke. Naturwissenschaftliche Schriften, hrsg. v. Rudolf Steiner, Band 1, in: Kürschners Deutsche National-Litteratur, Berlin und Stuttgart 1887 (Reprint Dornach 1975): «Einleitung zum ersten Band», S. XXXI.