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Die Polarität von Industrie und Landwirtschaft

Schaut man auf die Lage der Landwirtschaft nicht nur europaweit, wo der abendländisch christliche Landbau einst kulturtragend war, sondern rund um die Erde, so geht man nicht in dem Urteil fehl, dass sie ihre einstige Kulturbedeutung verloren hat und letztlich zu einer Art Last der zivilisatorischen Entwicklung geworden ist. Eine Überfülle von Tatsachen legt davon Zeugnis ab. Die Landwirtschaft ist als kulturtragender Impuls, der sich über Länder- und Völkerschaften der Erde hinweg in größter Vielfalt ausgebreitet und dargelebt hat, einer zivilisatorischen Uniformität gewichen. Sie ist als tragendes Kulturelement der Menschheit dem Tode verfallen. Immer, wenn etwas stirbt, ergeht eine Aufforderung an die Zeitgenossenschaft, sich eines solchen Todes bewusst zu werden sowie seiner Umstände und der Entwicklungsmöglichkeiten, die als neue Lebenskeime aus diesem Tode hervorgehen können. Der zum Selbstbewusstsein erwachte Mensch braucht das Erleben der Schwelle zum Tod. Der Tod erst macht den erkennenden Blick wach und frei für Fragen, welche Einsichten gewonnen, welche Bedingungen geschaffen werden müssen, damit ein neues Leben und Werden, gewissermaßen eine Auferstehung zu einer neuen Kulturträgerschaft, entstehen kann.