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des Alten in das Neue, Zukünftige erwachten. Mit diesen Fragen traten sie an Rudolf Steiner (1861–1925), den Begründer der anthroposophischen Geisteswissenschaft, heran, mit der Bitte um Wegleitungen zu einer Erneuerung der Landwirtschaft in die Zukunft. Dieser Bitte wurde um die Pfingstzeit 1924 mit dem «Landwirtschaftlichen Kurs» entsprochen, der im Rahmen der Rudolf Steiner Gesamtausgabe den Titel «Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft»[1] erhielt. Der Kurs wurde gehalten auf dem Gut Schloss Koberwitz (heute Kobierzyce) bei Breslau (heute Wroclaw in Polen) in Schlesien.[2] In acht Vorträgen wird der Blick auf Ideenzusammenhänge gerichtet, die die Schöpferkraft des Menschen nach zwei Richtungen hin zur Tätigkeit aufrufen. Zum einen nach innen, indem man versucht, diese Ideen der Geistesforschung bildhaft zu denken und denkend Erlebnis werden zu lassen. Zum anderen nach außen, indem man aus diesem Ideenerleben versucht, die Natur eines Erdenortes über das naturgegebene Sein hinaus zur Ganzheit einer Landwirtschaft zu gestalten. Dieser Ansatz setzt eine forschende Gesinnung voraus in Bezug sowohl auf das, was sich den Sinnen als die Naturgrundlage des Hofes darbietet, als auch auf das, was sich als Ergebnis der Geistesforschung dem denkenden Bewusstsein offenbart. Diese wissenschaftliche Gesinnung erschließt eine Welt von Tatsachen sinnlicher und übersinnlicher Natur und zugleich den Kontext ihrer Beziehungen zueinander. In der Besinnung auf solche Beziehungszusammenhänge, z.B. zwischen Sonne und Blattgrün, Mondrhythmen und Witterungserscheinungen, Blüte und bestäubendem Insekt, Regenwurm und Humusbildung etc., wird der Boden zu einem inneren Erleben geschaffen, aus dem hervorsprießend jede Handlung zu einem künstlerischen Akt werden kann. In diesem Sinne ist die Praxis eines anthroposophisch orientierten Landbaus ein durch und durch künstlerisches Geschehen: Ein innerlich erarbeitetes Ideenerleben kommt über die Brücke der Arbeit nach außen zur Darstellung. Was in den Darstellungen Rudolf Steiners in «Kunst und Kunsterkenntnis»[3] ausgeführt wird, kann man abgekürzt in die Form bringen: Kunst ist, wenn ein in der Anschauung lebendes Sinnliches und – in diesem verborgen – ein Übersinnliches sich in den Tiefen der Seele zu einem Erleben verinnerlicht und aus diesem Erleben sich in einem Äußeren darstellt. Die Kunst sprießt solcherart
- ↑ Rudolf Steiner: Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtscht, GA 327, Dornach 1999.
- ↑ Das Schloss Koberwitz existiert noch heute und ist seit 1997 Sitz der polnischen Gemeindeverwaltung von Kobierzyce.
- ↑ Rudolf Steiner: Kunst und Kunsterkens, GA 271, Dornach 1985, siehe insbesondere die Vorträge vom 15. und 17. Februar sowie 5. und 6. Mai 1918.






