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Die urpersische Kultur

Die altiranische Hochkultur knüpfte zeitlich wie geographisch in ost-westlicher Progression an diejenige Urindiens an.[1] Wie bei dieser ist eine genaue geographische Abgrenzung schwierig; es fehlen zeitgenössische Funde, die auf die Höhe und Einzigartigkeit dieser Kultur schließen lassen, oder besser, die eigentlichen Zeugnisse werden nicht als solche erkannt. Schaut man Bekanntes mit Hinweisen aus der Geistesforschung Rudolf Steiners zusammen, so wird man nicht fehlgehen, dass sie sich über das Gebiet vom Westhimalaya (Pamirgebirge) über den Hindukusch mit Zentrum in Afghanistan bis nach Baktrien im Ost-Iran erstreckte. Nach Norden öffnete sich das urpersische Kulturgebiet über die kleinen und größeren Flusstäler der Vorgebirgslandschaften in die vorgelagerten Steppen und Wüsten. Zwei der Flüsse, Amu Darja und Syr Darja (in der Antike: Oxus und Jaxartes), bezwingen die Steppe und münden in den Aralsee. Die Polarität von Wüstensteppe und Hochgebirge sowie von nomadisierender turanischer Urbevölkerung und den sesshaften, erdentüchtigen Urpersern konnte nicht ausgeprägter sein. Das aufstrebende, zukunftszugewandte Kulturvolk der Urperser hatte sich in vielen kriegerischen Auseinandersetzungen mit den heranbrandenden, ältere Bewusstseinsstufen bewahrenden Turaniern zu erwehren. Und doch spricht der Mythos von einem König der Turanier, «Dschemschid», der seine Völker aus dem Norden herunter nach dem Iran geführt habe. Er bekam von dem Sonnengott Ahura Mazdao einen goldenen Dolch, das Urbild des die Erde

  1. Rudolf Steiner: Das Johannes-Evangelium, GA 103, Dornach 1995, Vortrag vom 29. Mai 1908.