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Im Urpersertum erwachte das Ich im Empfindungsleib, dem noch undifferenzierten dritten Wesensglied des Menschen, dem Astralleib.[1] Auf dieser Stufe des fortschreitenden Bewusstseins verglomm die Kraft des alten instinktiven Hellsehens, und es wuchs das Vermögen unter der Führung der Mysterien und, aus dem Erleben der kosmisch-irdischen Beziehungen, umgestaltend auf Erde, Pflanzen und Tiere zu wirken. Das sakral-magische Verhältnis der Atlantier zu den wirkenden geistigen Schöpferkräften in Erde und Kosmos wandelte sich in ein sakral-künstlerisches. Es war die hohe Kunst der Urperser, aufbauend auf den vorangegangenen Kulturschöpfungen, im Sesshaft-Werden aus instinktiver Geistunmittelbarkeit so auf das Seelische bestimmter Tierarten zu wirken, dass dieses sich gegenüber dem Menschen öffnete. Damit verwandelte sich aber zugleich die ganze physisch-leibliche Organisation der Tiere tiefgreifend. In ihrer Zuwendung zum Tier formten die Menschen aus ihrem inneren Erleben im Äußeren ein Kunstwerk: das Haustier. Gegenüber den wilden Artgenossen traten die Haustiere von Beginn an in einer ungeheuren Formenfülle auf. Die Naturveranlagung des tierischen Organismus wurde als Ganzes zu besonderen Stoffwechselleistungen, in der Regel zu Lasten der Nerven-Sinnes-Aktivität, umgebildet. Die Haustierwerdung bestand in der Kunst, die embryonale Bildsamkeit zeitlebens aufrechtzuerhalten. Die Haustiere fliehen den Menschen nicht, im Gegenteil, sie suchen seine Zuwendung und bedürfen ihrer.
- ↑ Rudolf Steiner:Theosophie, GA 9, Kap. IV. «Leib, Seele und Geist», Dornach 2003, S. 57 f.






