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Vielfalt an Pflanzenarten kultiviert, an Haustierarten gehalten wurde, war schon da, war Kulturerbe Urpersiens. Nun aber wendet sich das Bewusstsein mehr dem Räumlichen der Erde zu. Es befähigte dazu, genaues Maß zu nehmen, mit Meißel und Hammer den Stein zu formen und den einen an den anderen, Fläche an Fläche, in hauchdünner Naht zu fügen – kurz: die hohe handwerkliche Kunst auszuüben, dem toten Stein aus der Kraft der eigenen Empfindung mit jedem Hammerschlag eine Form aufzuprägen. Dieses Vermögen bestimmte auch die Verfeinerung in der Bearbeitung der Böden, in der Kultivierung der Pflanzen und in der Haltung der Tiere. Die natürlichen Verhältnisse aber hatten die Übermacht; man denke an die in der Bibel erwähnten sieben fetten und sieben mageren Jahre in Ägypten. Und doch vermochten es die Menschen, durch ausgefeilteste Bewässerungs- und Entwässerungssysteme die Naturgewalten zu bändigen und sich im Aufbau ihrer Hochkultur zu behaupten. Ein einzigartiges Beispiel einer solchen kunstvollen Leistung ist der Josef-Kanal (arab.: Bahr Yussuf), der in Mittelägypten vom Nil abzweigt, ca. 350 km am westlichen Nilrand entlangführt und am Eingang zur Oase Fayum die Schwelle der Talrandsenke überwindet. Von dort speist er in einem ausgeklügelten Be- und Entwässerungssystem das weite Becken der Oase und macht es bis heute zu einer der fruchtbarsten Gartenlandschaften Ägyptens. Aufgrund der Tatsache, dass noch heute der Kanal den Namen «Joseph» trägt und nach Emil Bock[1] kein Zweifel darüber bestehen kann, dass sich hinter diesem Namen der biblische Joseph verbirgt, darf angenommen werden, dass dieser der Erbauer des Kanalsystems war. Joseph, der 1750 v. Chr. in Ägypten wirkte, vereinigt in sich die Mysterienkultur Babyloniens und Altägyptens.[2]






