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Die vierte nachatlantische Epoche nimmt, nach der vorangehenden kretischmykenischen Übergangskultur, ihren Anfang im achten Jahrhundert v.Chr. und endet zu Beginn der Neuzeit am Anfang des 15. Jahrhunderts n.Chr. Hier soll der Blick zunächst begrenzt werden auf den Wandel der Bewusstseinsentwicklung bis zur Zeitenwende. Es ist dies die Zeit des Aufstiegs des alten Griechentums zu seiner Kulturhochblüte – und zu deren Zerfall. Die geistige Führung ging von den beiden Geistesströmungen aus, den apollinischen und dionysischen Mysterien,[1] das Apollinische, das durch den Sinnenschein hindurch den wirkenden Geist in Natur und Kosmos schaute, das Dionysische, das diesen Geist durch den Schleier der Seelenregungen hindurch aus den Tiefen des Seeleninnern sich zum Erlebnis brachte. Nicht mehr, wie in den vorausgegangenen Zeiten, waren es die Könige, die gemeinsam mit der Priesterschaft der Mysterienstätten kulturprägend dem Zusammenleben der Völker die Richtung gaben, sondern jetzt war es das Volk selbst, ja der einzelne Mensch, der, geleitet von dem Mysterienwort, seine Schicksalsbestimmung suchte. Es ist die Geburtsstunde der Demokratie, eines neuen Bewusstseinsschrittes, der wie in einem Brennpunkt in dem apollinischen Orakel von Delphi seine Pflegestätte hatte. Hier vor allem, von deren Hochblüte zum allmählichen Versiegen gegen die Zeitenwende hin, wird die hohe Bedeutung klar, die das Mysterienwesen durch alle vorangegangenen Kulturzeitalter hatte, nämlich aus den Weisheitsquellen, die sich dem Blick der
- ↑ Rudolf Steiner:Der Orient im Lichte des Okzidents, GA 113, Vortrag vom 28. August 1909, Dornach 1982.






