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Die alten Mysterien hatten ihre Mission erfüllt. Ein neues, in die Zukunft weisendes, die ganze Menschheit umgreifendes Mysterium vollzog sich auf dem Golgathahügel in Jerusalem. Was einst als das hohe Sonnenwesen verehrt wurde, was bei den Urindern Vischvakarman, bei den Urpersern unter Zarathustra der Ahura Mazdao, bei den Ägyptern Osiris genannt wurde und bei den Früh-Griechen in dem göttlichen Wesen des Apollon gesehen werden konnte, jetzt ist es – wie verheißen – auf die Erde herabgestiegen und hat sich im Menschenleib des Jesus von Nazareth als der Christus inkarniert.[1] So war «alle religiöse Verkündigung vor dem Erscheinen des Christus Jesus eine Vorverkündigung des Christus Jesus».[2] Im Alten Testament erhält Moses auf die Frage, in wessen Auftrag er geschickt sei, die Antwort: «Sage, der ‹Ich bin› hat dich geschickt.»[3] Die Gnosis wies auf die Göttlichkeit des Christus hin, auf sein Kommen im Geiste, nicht aber auf sein Erscheinen im Fleische.[4] Die gnostischen Philosophen Griechenlands – Rudolf Steiner erwähnt dabei Thales, Heraklit, Empedokles – entwickelten in Begriffssprache,
- ↑ Rudolf Steiner: Die geistigen Wesenheiten in den Himmelskörpern und Naturreichen, GA 136, Vortrag vom 13. April 1912, Dornach 1996, S. 178f.
- ↑ Rudolf Steiner: Die Apokalypse des Johannes, GA 104, Vortrag vom 17. Juni 1908, Dornach 1985, S. 25.
- ↑ Ebd., S. 26. In 2 Mos 3,13-15 lautet die Stelle in der Einheitsübersetzung wie folgt: «Mose sagte zu Gott: ‹Wenn ich nun zu den Leuten von Israel komme und zu ihnen sage: 'Der Gott eurer Vorfahren hat mich zu euch geschickt', und sie mich dann fragen: 'Wie ist sein Name?' – was soll ich ihnen sagen?› Gott antwortete: ‹Ich bin da›, und er fügte hinzu: ‹Sag zum Volk Israel: 'Der Ich-bin-da hat mich zu euch geschickt: der Herr! Er ist der Gott eurer Vorfahren, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.' Denn 'Herr' (Er-ist-da) ist mein Name für alle Zeiten. Mit diesem Namen sollen mich auch die kommenden Generationen ansprechen, wenn sie zu mir beten.»
- ↑ Rudolf Steiner: Die Apokalypse des Johannes, GA 104, Vortrag vom 17. Juni 1908, Dornach 1985, S. 31.






