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Punkt und Umkreis
Dem Werden der europäischen Kulturlandschaften liegt ein eminent christlicher Impuls zugrunde, die künstlerische Umgestaltung nämlich der Wildzur Kulturnatur nach dem Prinzip von Punkt und Umkreis. Es ist dies das Gestaltungsprinzip aller Organismusbildung, z.B. Zellkern-Cytoplasma oder Embryoblast-Trophoblast in der Embryonalentwicklung. Am Beispiel der Entstehung des Dorfes und seiner Gemarkung soll dies verdeutlicht werden: Versetzen wir uns in die Zeit nach der Völkerwanderung und vor die Zeit der ersten großen Rodeperiode im siebenten und achten Jahrhundert, so waren weite Gebiete Europas Wald-Sumpflandschaften, dünn besiedelt von Menschen, die überwiegend nicht an der veredelnden Durchgestaltung des Leibes und der Seele teilhatten wie die Angehörigen der vorchristlichen Hochkulturen. Wie der Urgewalt der Natur, wohnte diesen frühen Völkerschaften noch eine unbändige Kraft, ein ungestümer Starkmut inne, eine ungeformte, kämpferische, stark an Blutskräfte gebundene Seelenhaftigkeit. Das Ich aber, der Ewigkeitskern des Menschen, war, wie eine Knospe, die sich dem Sonnenstrahl öffnet, empfänglich für geistige Impulse, die in die Zukunft weisen. Dieser ungeformten und zugleich geistoffenen Seelenverfassung begegnete der einsam durch die elementarische Wildheit der Waldlandschaften






