Eine freie Initiative von Menschen bei mit online Lesekreisen, Übungsgruppen, Vorträgen ... |
| Use Google Translate for a raw translation of our pages into more than 100 languages. Please note that some mistranslations can occur due to machine translation. |
Translations:Benutzer:Arian/Klett-Mini-Test/301/de
In der Folgezeit bis ins 9./10. Jahrhundert hat sich unter diesem heraufkommenden Kulturimpuls die Seelenbildung der Menschen gewandelt. Der ungebändigte, ungestüme Starkmut verinnerlichte und wandelte sich in die Seelenkraft der Demut. Und dem Ich, das im Durchdringen und Veredeln von Leib und Seele noch in weiteren Graden seiner selbst bewusst wurde, entrang sich gegenüber Mensch und Welt die «Frage». Die Parzivalgeschichte schildert diesen Umschwung. Der junge Parzival betritt die Welt als «tumber Tor». Starkmütig nimmt er den Kampf mit jedem Gegner auf, ohne zu wissen, wer es ist. Erst nach dem Kampf nehmen Sieger und Besiegter das Visier herunter und machen sich bekannt. Die Handlung ging dem Erkennen voraus. Die Wanderschaft des Parzival führt durch Fehlverhalten, Zweifel und Leid hin zum Erwachen des Ich, zur Frage: «Wer bin ich, was fehlt Dir?» Die Seelenöffnung zur Frage am rechten Ort zur rechten Zeit erhöht Parzival zum Gralskönig, zum Ich, das in Geisterfüllung sich selbst beherrscht. So wie sich im Griechentum in der Unerbittlichkeit des Schicksals des Orest oder Ödipus die Tragik eines zu Ende kommenden Zeitalters ankündigt, so offenbart sich im Werdegang des Parzival-Schicksals in vollständiger Metamorphose der Zukunftsweg zur freien Selbstbestimmung.






