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Translations:Benutzer:Arian/Klett-Mini-Test/303/de
Erbe der vorchristlichen Kulturepochen. In der Mitte der Gemarkung steht hoch über den Giebeldächern des Dorfes emporragend die Kirche mit Turm und Schiff, ein Kunstwerk in doppeltem Sinn: Vertikal emporstrebend steht der Turm, ein nach außen gestaltetes Bildwerk inneren Ich-Erlebens; horizontal erstreckt sich das Schiff, eine Projektion des seelischen Erlebens in Gemeinschaft. Diese Mittelpunktsetzung ist eine Bauleistung des gesamten dörflichen Gemeinwesens. Was da gleichsam als Taufakt eines Erdenortes inmitten einer Wildnatur entsteht, ist die vollständige Umstülpung des vollendeten Kunstwerkes aus vorchristlicher Zeit, des griechischen Tempels. Wie dieser seine hohe Ästhetik nach außen, vorzüglich in der Komposition der Säulen, präsentiert, das Innere aber, die Cella, die Wohnung der Gottheit, in nahezu hermetischer Ummauerung dem profanen Blick entzogen war, so findet sich in der romanischen Basilika das Außen fest ummauert, die Säulen sind nach innen genommen, und der Innenraum ist der Gemeinde erschlossen. Die künstlerische Kraft der Gemütsseele jedes Einzelnen im dörflichen Gemeinwesen war durchdrungen von dem bildhaften Erleben des untergründig wirkenden esoterischen Volkschristentums und war gestützt und getragen von dem vorzüglich im Mönchtum und im Adel wirkenden institutionell-exoterischen Christentum. Beide Erlebnisweisen vereinigten und konzentrierten sich nach innen auf den Gemarkungsmittelpunkt und schufen der Gemeinde und dem kultischen Geschehen am Altar in künstlerischer Gestaltung eine Formhülle.






