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So weist der Dorforganismus – oder bei Streulage der Einzelhöfe das Kirchspiel – ein Innen und ein Außen auf. Das Erleben dieser Polarität prägte die tägliche Arbeit im Stall und auf dem Feld. In vollkommener Hingabe der Gemütsseele bildete die Arbeit eine Brücke zwischen diesem Innen und Außen. Es waren dieselben Hände, die kunstvoll den Stein für den Kirchenbau behauten, die die Fresken malten, die Farbfenster schufen, wie die, die draußen das Vieh betreuten, den Acker bestellten und ebenso kunstvoll Kulturlandschaften gestalteten. Es war dasselbe Bewusstsein, das den Kirchenbau als Mittelpunkt, die Gemarkung als Peripherie erfasste und beide Pole durch die Arbeit, durch das «ora et labora», zum Ganzen des Dorforganismus verband. Was die Einzelseele, was die ganze Gemeinschaft des Dorfes als heilige Handlung am Altar erlebte, das strömte ein in die Arbeit und verlieh ihr auf Hof und Feld geistige Impulskraft und den Sinn, das Beziehungsgefüge von Ackerbau, Viehzucht, Garten-, Obst- und Waldbau sowie Wiesen- und Weidewirtschaft maßvoll in Harmonie und Schönheit aufeinander zuzuordnen.