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Translations:Benutzer:Arian/Klett-Mini-Test/320/de
In der Gotik des Hochmittelalters waren auch die letzten Reste wuchernder Wildnatur gebannt und durch Ich-gewollte Arbeit zu einem «Gottesgarten» veredelt. Angesichts der Fülle von Skulpturen in den Portalen und Nischen, der lebendig aus den Kapitälen hervortretenden Wesenheiten, der pflanzenhaften Ornamentik, die die Außenhaut der Bauwerke vielfach zieren, kann man den Eindruck gewinnen, als wären die überschüssigen, aus der umgebenden Natur entbundenen und geläuterten, lebendigen Bildekräfte in den Bau, in die bildhauenden und malenden Hände der Künstler eingeflossen. Wie diese Bauwerke selbst, so ist mit ihnen jetzt auch die Kulturlandschaft vollendet. Wie in der Gotik die hochaufstrebenden Spitzgewölbe einen Schlussstein haben (in der Romanik trägt der Rundbogen als Ganzes), so bildet die Gotik insgesamt den Schlussstein in der Entwicklung des Organismusprinzips als grundlegendes Gestaltungselement der abendländischen Kulturlandschaften und zugleich den Schlussstein des Zeitalters der Verstandes- und Gemütsseele.






