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Was aus dem Rosenkreuzertum an spirituellen, den wirksamen Geist in der Natur und im sozialen Leben gleichermaßen erfassenden Impulsen bahnbrechend für das 17. Jahrhundert hätte werden können, es wurde durch das gewaltige Unheil des Dreißigjährigen Krieges und seine Folgen zunichtegemacht. Dieser Krieg verheerte Mitteleuropa nach der Strategie der verbrannten Erde. Viele Dörfer verwandelten sich dauerhaft in Wüstungen; die Landbevölkerung war zu 40%,[1] die städtische Bevölkerung zu 33% den Schrecknissen von Hunger, Seuchen und Kriegshandlungen zum Opfer gefallen. Die Saatgut- und Brotgetreide-Vorräte wurden zu wiederholten Malen geplündert oder durch Brandschatzung vernichtet, die Tiere von durchziehenden Heerscharen fortgetrieben, die Brunnen durch hineingeworfene Tierkadaver vergiftet. Noch bis zum Jahrhundertende, 50 Jahre nach dem Westfälischen Frieden von 1648, herrschten vielerorts Hungersnöte. Der Dreißigjährige Krieg hat physisch der überkommenen Agrarkultur Mitteleuropas das Rückgrat gebrochen. Vieles an volkstümlicher Weisheit ist zugrunde gegangen, und mühsam nur konnte, aus dem übrig gebliebenen Erfahrungswissen, das Organismusprinzip in den Dörfern und Einzelhöfen wieder zu neuem Leben erweckt werden. Der Dottenfelderhof z.B., zehn Kilometer vom Stadtkern von Frankfurt am Main entfernt, als Meierei dem Prämonstratenser-Kloster Ilbenstadt zugehörig, war vollständig geschleift. Erst 1707 kam es zum Wiederaufbau des Haupthauses mit Wohnräumen und Getreidespeicher, und 1742, nahezu hundert Jahre nach dem Krieg, war der Gebäudekomplex nunmehr als hermetisch abgeschlossener Wehrhof wieder hergestellt.

  1. Aus: Wilhelm Abel: Geschichte der deutschen Landwirtschaft, Stuttgart 1967, S. 265.