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In der Aufklärung des 18. Jahrhunderts drang aus dem Verborgenen des Rosenkreuzertums und anderer verwandter spiritueller Strömungen – stellvertretend sei der Theologe und «Theosoph» Friedrich Oetinger (1702–1782) genannt[1] – in das gesellschaftliche Bewusstsein herauf. Der deutsche Idealismus hat in Philosophie, Dichtung, Wissenschaft und den Künsten aus diesen spirituellen Untergründen geschöpft. Aus eben diesen Untergründen stiegen die Ideale herauf, die am Anfang der Französischen Revolution standen, die Rufe nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Es sind in verwandelter Gestalt dieselben, die in der Dreigliedrigkeit der freien wirtschaftlichen Dorfgemeinschaften des 15./16. Jahrhunderts angelegt waren, dieselben, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Bestrebungen der Rosenkreuzer zu einer «Generalreformation» impulsierten,[2] dieselben, die Goethe (1749–1832) in seinem Wilhelm Meister, in Hermann und Dorothea u.a. dichterisch verarbeitete. Diese Rufe, die aus dem Strom eines esoterischen Wissens durch die Jahrhunderte flossen, auch sie scheiterten an den retardierenden

  1. Vgl. Rudolf Steiner: Von Jesus zu Christus, GA 131, Vortrag vom 13. Oktober 1911, Dornach 1988, S. 194 ff.; sowie Emil Bock: Die Boten des Geistes , Stuttgart 1967, S. 55.
  2. Johann Valentin Andreae: Allgemeine und Generalreformation der ganzen weiten Welt – beneben der Fama Fraternitatis, des löblichen Ordens des Rosenkreuzes, an alle Gelehrte und Häupter Europa geschrieben, Kassel 1614.