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eines Hofes so viel an Nährstoffen verlieren, als in den Verkaufsfrüchten enthalten sind.[1] Aus dieser Schlussfolgerung begründete er seine Mineraldüngertheorie, nach welcher der Nährstoff, der im Minimum ist, den Ertrag begrenzt. Liebig, der mit einem Bein noch im deutschen Idealismus stand, mit dem anderen im heraufkommenden Materialismus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, war überzeugt, dass der Verlust der erdgebundenen Kernnährstoffe Phosphor, Kal)um u.a. dem Boden durch die Düngung ersetzt werden muss. Anders urteilte er, entgegen der herrschenden Lehrmeinung, über den Stickstoff. Für diesen habe die Natur selbst zu sorgen. Ihm standen seine Kontrahenten, die Befürworter der Stickstoffdüngung, gegenüber, die in der Folgezeit die Oberhand gewannen. Eine postume Genugtuung für Liebig war die Umsetzung und Bestätigung seiner Thesen durch den Landwirt Schultz-Lupitz (1831–1899),[2] dem es nach jahrzehntelangen Bemühungen gelang, das Ertragsniveau der extrem armen Sandböden von Lupitz durch eine Vertiefung des Humusprofils bedeutend zu verbessern.

  1. Justus von Liebig: Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Agrikulturchemie und Physiologie, Braunschweig 1840.
  2. Asmus Petersen: Schultz-Lupitz und sein Vermächtnis, Stiftung Ökologischer Landbau (SÖL), Sonderausgabe Nr. 38, 2. Aufl. 1992, 66 S. Mit Vorworten von Gerhardt Preuschen und Wolfgang Schaumann.