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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde in Norwegen nach dem Birkeland-Eydeverfahren im elektrischen Ofen Luftstickstoff oxidiert. Es erwies sich als zu teuer. Der Chemiker Fritz Haber (1868–1934) arbeitete von 1905 bis 1910 in der BASF in Ludwigshafen am Rhein die wissenschaftlichen Grundlagen der Ammoniaksynthese aus Luftstickstoff aus; sein Partner, der Ingenieur Carl Bosch, schuf dieser Synthese bis 1913 die großtechnischen Anlagen. In diesem nach ihnen benannten Haber-Bosch-Verfahren wird Luftstickstoff mit Wasserstoffgas in Kontaktöfen bei einem Druck von 200 bar und Temperaturen von 500 bis 600 °C unter Anwesenheit von Katalysatoren zur Reaktion gebracht. Man sieht, wie der überaus reaktionsträge Stickstoff der Luft, der von den Leguminosen auf stille, sanfte Art in den kosmisch-irdischen Rhythmen des Sonnenjahres den Lebensprozess der Eiweißbildung aktiviert, hier auf anorganisch-technischer Ebene, mit hohem Energieaufwand und unabhängig von Ort und Zeit mit Gewalt in eine reaktionsstarke Verbindung gezwungen wird. Diese Erfindung, wie später diejenige der Entfesselung der Kernenergie, erschließt Kräfte der Unternatur der menschlichen Willkür, deren Handhabung fortan Spuren der Zerstörung im Schöpfungswerk der Natur hinterlassen.