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das Heraufkommen der synthetischen Herbizide in den 60er-Jahren. Es sind Wuchsstoffe, die als «Totalherbizide» systemisch so in das Lebensgeschehen der Pflanzen eingreifen, dass diese sich zu Tode wachsen oder auf anderem physiologischen Wege absterben. Der Einsatz der systemischen Herbizide, gefolgt von den synthetischen Fungiziden und Insektiziden, veränderte schlagartig die klassische Vielfalt der Betriebsorganisation. Von einem Jahr aufs andere konnte ein Familienbetrieb seine Anbauflächen mit Zuckerrüben, Kartoffeln oder Feldgemüsen verdoppeln oder, wenn es der Markt hergab, vermehrfachen. Er konnte sich beliebig auf nur einige wenige oder gar nur eine Anbaufrucht spezialisieren und sich entsprechend gezielt und kostengünstiger mit Gerätetechnik ausstatten. Im Acker- und Gartenbau löste sich das sich gegenseitig bedingende Verhältnis der Dreiheit von Bodenbearbeitung, Fruchtfolge und Düngung auf. Die Monokulturen übernahmen die Herrschaft auf den Ackerfluren. Was über ein Jahrtausend als christlich-abendländisches Kulturerbe in steter Entwicklung ökologisch und sozial gewachsen war, der Organismus der Dorfschaften und der Einzelhöfe, zerfiel in spezialisierte Einzelunternehmen, deren Kapitalbedarf hinsichtlich des Zukaufs an Betriebsmitteln immer höhere Umsätze und damit die industrielle Produktionsweise mit Arbeitsteilung und Kapitalbildung erzwang. (Abbildung 4).






