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wirken und im Selbstbewusstsein aufleuchten, zusammen und in Wechselwirkung gehalten durch die Kraft des Ich, so auch wirken die drei Glieder des Sozialen ineinander zum Ganzen des sozialen Organismus durch das erwachende Ich-Bewusstsein jedes einzelnen Menschen. In diesem Wechselverhältnis des bewussten Innenerlebens und Nach-außen-Gestaltens entsteht die Sozialkunst. So ist die Gestaltung des dreigegliederten sozialen Organismus der Prüfstein zur Entfaltung und Offenbarung der Bewusstseinsseele. Die geradezu übermenschlichen Anstrengungen, die Rudolf Steiner seit 1919 unternahm, die Bewegung der Dreigliederung des sozialen Organismus ins Leben zu rufen, scheiterten 1922.[1] Er selbst fasste den Entschluss zur Beendigung dieses ersten groß angelegten Versuchs. Die äußere Veranlassung dazu war vor allem die galoppierende Geldentwertung sowie die geringe Zahl an Menschen, die dieser gewaltigen Herausforderung gewachsen waren. Rudolf Steiner hatte außerdem auf das Verständnis der Proletarier gebaut, deren viele jedoch im Krieg geblieben waren – und die durch die Propaganda der kommunistisch orientierten Arbeiterführer abgezogen wurden. Doch der Keim war in den Boden des historischen Werdens gelegt. Er wurde durch das 20. Jahrhundert hindurch partiell in konkreten Handlungsansätzen in steter Wandlung eines Stirb und Werde gepflegt. Vor allem aber wurden die Darlegungen Rudolf Steiners zur sozialen Frage erkenntniswissenschaftlich im Kontext der gegebenen Zeitforderungen aufgearbeitet und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Weiterhin harrt der Impuls zur sozialen Dreigliederung eines durchgreifend neuen Umsetzungsversuches.
- ↑ Siehe hierzu insbesondere: Rudolf Steiner: Die großen Fragen der Zeit und die anthroposophische Geisterkenntnis, GA 336, Basel 2019; sowie ders.: Zu sozialen und wirtschaftlichen Fragen, GA 332b, Dornach, Basel 2020.






