Translations:Benutzer:Arian/Klett-Mini-Test/522/de

Aus BiodynWiki

der wilde Artgenosse angenommen hat. Es wird ohne die Obhut des Menschen führerlos und kann nur verwildern, wie die Dingos (verwilderte Hunde) in Australien. An die Stelle der evolutiven Erziehung der Tiere, unter Anleitung der Mysterien in den früheren Hochkulturen, ist die heutige Tierzüchtung getreten. Sie optimiert und nutzt bestimmte sich forterbende Eigenschaften und macht das Haus- oder Kulturtier zum bloßen Nutztier, zum Objekt der Massenproduktion. Dieser Entwicklung, im Tier nur ein wesenloses, materielles, über seine Gene beliebig manipulierbares Objekt zu sehen, kann nur begegnet werden, wenn sich die Anschauung um ein wahres Wesensverständnis der verschiedenen Haustierarten bemüht. Welche Weisheit z.B. spricht aus der Anschauung und dem tätigen Umgang mit der Kuh, dem Pferd, der Biene etc.? Das Gewahrwerden ihres Erscheinungsbildes im Kontext ihres Lebensund Tätigkeitsraumes und ihrer faunistischen Interdependenzen sowie der Hinweise aus geisteswissenschaftlicher Forschung erweckt Empfindungen und Ideen, die dem geistig-moralischen Handeln neue, evolutive Züchtungsbzw. Erziehungswege erschließt. Diese Zukunftswege werden von Christian Morgenstern (1871–1914) mit dem Satz ausgesprochen: «Ganze Zeitalter von Liebe sind notwendig, um den Tieren ihre Dienste und Verdienste an uns zu vergelten.»[1] Zu diesem Ziel muss an das angeknüpft werden, was auf den drei folgenden Seinsstufen evolutiv veranlagt ist.

  1. Christian Morgenstern: Wer vom Ziel nichts weiß, Aphorismen, Piper, München 1964, S. 89.