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Schaf und Ziege

Als die sogenannten «kleinen Wiederkäuer» zählen Schafe und Ziegen nach den Hunden zu den ältesten unserer Haustiere. Obwohl nahe verwandt, unterscheiden sie sich stark in Temperament, Beweglichkeit und in Graden in ihrer Genügsamkeit. Wie alle Wiederkäuer, treten sie als horntragende Paarhufer stammesgeschichtlich erst am Ende der Säugetierreihe auf. Ja, die Formenvielfalt der schaf- und ziegenartigen Wildformen und späterer Kulturformen entwickelte sich erst im Übergang des Jungtertiärs in die Eiszeiten (Pleistozän) und in diesen selbst bis in die Jetztzeit (Holozän)[1] – in Zeiten also, in welchen der Mensch unter die Tiere trat und aus seinem kosmisch geprägten, instinktiv-geistnahen Bewusstsein heraus zu ihnen ein magisch-kultisches Verhältnis begründete, das seinen Ausdruck in der Art des Jagens im Hinblick auf Nahrung und Kleidung und im Tieropfer fand.

  1. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben, Enzyklopädie des Tierreichs, Band 13, Säugetiere 4, München 1971, S. 470.