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Die Wesensäußerungen von Schaf und Ziege sind einander polar. Die Sinnesleistungen beider sind zwar ähnlich, am vorzüglichsten ist der Geruchssinn ausgebildet, gefolgt von Sehsinn und mit einigem Abstand dem Gehör. Doch lebt sich das Seelische unterschiedlich in der Körpersprache und durch die Sinne hindurch aus. Mit meist gesenktem Kopf unter die Rückgratlinie, mit massiverem Leib, mehr der Erde und dem Inneren des eigenen Stoffwechsels zugewandt, schwerfälliger in den Bewegungen, äußert sich das Seelenwesen des Schafes mehr träumend verhalten. Anders die Ziege: Lebhaft springt sie auf, setzt in Sprüngen über Stock und Stein, hebt den Kopf hoch empor, beschnuppert neugierig mal dies, mal das, erklimmt den nächst möglichen erhöhten Standort, hält den Blick aufmerksam in die Weite gerichtet. Statt äsend über weite Ebenen zu ziehen, bevorzugt sie gebirgige Lagen an Steilhängen in Kopfhöhe zu grasen, oder sie stellt sich senkrecht auf die Hinterbeine, um an Busch und Baum noch das höchst erreichbare Blatt zu erhaschen.