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Was sich demgegenüber in Hörnern und Klauen abspielt, ist ein gesteigertes Wahrnehmen im Hinblick auf die Erkraftung des Instinktlebens. Die Wahrnehmung erschließt, was an durchseelter Lebendigkeit das Blut aus der Verdauungsregion nach vorne gegen die Leibesperipherie trägt. Im Anbranden an die tote Hornhülle leuchtet nicht ein an das Gehirn gebundenes Bewusstsein auf, sondern eine ins Unterbewusstsein wirkende, in den Organismus zurückstrahlende geistige Kraft. Ein Verständnis für die Art dieser Kraft kann sich ergeben, wenn man vergleichsweise den Blick auf die im Menschen übersinnlich wirkende Denkkraft richtet, deren Produkt die Gedanken sind, die dann in Abschattung ihrer geistigen Wesenhaftigkeit im Kopfpol durch das Gehirn bewusst werden. Im Rind steigert sich diese Kraft nicht zu einem gedankengetragenen Selbstbewusstsein. Sie bleibt dem Stoffwechsel verhaftet als eine Kraft, die die Macht hat, dämpfend, ordnend, Potentiale lebendiger Wirksamkeit erschließend, auf die aus der Verdauung frei gewordenen ätherischen Bildekräfte zu wirken. Diese Potentiale lassen sich einer imaginativen Bilderwelt vergleichen, die z.B. ein Künstler im Schaffen seines Kunstwerkes in sich rege macht. Was die Kuh der Anlage nach hat, kann der Mensch in Selbstschulung durch das leibfreie Denken entwickeln. Durch dieses lernt er in voller Bewusstheit die in und um ihn waltende und wirksame Kräftewelt in Wahrbildern kennen. Es ist der Schritt zur Imagination, der erste von der Sinnes- zur Geisterkenntnis.[1]

  1. Rudolf Steiner: Die Stufen der höheren Erkenntnis, GA 12, Dornach 1993.