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Der Mensch und die Ichorganisation des landwirtschaftlichen Organismus

Die skizzierte physische, Lebens- und Seelenorganisation eines landwirtschaftlichen Betriebes ist makrokosmisch mit dem standörtlichen Zusammenwirken der Naturreiche im polaren Spannungsfeld von Erde und Kosmos vorgegeben. Die Aufgabe des Menschen ist es, diese Vorgabe nach den Prinzipien, die seiner mikrokosmischen Leibes- und Wesensgestalt zugrunde liegen, zu einer höheren Einheit herauf zu bilden. Novalis fasst diesen Tatbestand in die Worte: «Die Menschheit ist auf einer Mission, zur Bildung der Erde sind wir berufen.»154 Die Erfüllung dieser Mission macht sich der biologisch-dynamische Landbau, in Erweiterung der abendländisch-christlichen Landbaukultur durch die anthroposophische Geisteswissenschaft, zur Aufgabe. Der Ausgangspunkt dieser Bestrebung ist der erwähnte Kurs für Landwirte Rudolf Steiners aus dem Jahr 1924.155 Der biologisch-dynamische Landbau strebt eine Weiterentwicklung der zur damaligen Zeit noch immer bewährten standörtlichen Praxis an, so vor allem durch die Gestaltung des Betriebes zu einem organischen Ganzen und darüber hinaus u.a. durch spezifische Düngungsmaßnahmen zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit und der Nährhaftigkeit der Erzeugnisse. Ein weiteres Strebensziel ist die Bildung von Hofgemeinschaften, die sich ihre Sozialordnung aus den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Landwirtschaft selbst geben und, ausstrahlend nach außen, soziale Gestaltungsimpulse dem gesellschaftlichen Umfeld einpflanzen.