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Das Wollen in Freiheit, der Weg zur Initiativgemeinschaft
Das aktive zur Gedankenklarheit strebende Denken und das in die Wahrnehmungen eintauchende Fühlen stellen sich ganz in den Dienst des Wollens (Abbildung 10, S. 172). Das Denken entzündet es und weist ihm die Richtung, das Fühlen belebt es und verleiht ihm Tiefe und Weite. Menschen finden sich zu einer Betriebsgemeinschaft aus individuellen Motiven zusammen. Es ist der Beweggrund, einen biologisch-dynamischen Betrieb zusammen mit anderen bewirtschaften zu wollen. Die Motive sind entweder noch recht unbestimmt, ein mehr oder weniger dunkler Drang, subjektiv, schicksalsverwoben, oder sie sind schon gedankenheller, gerichteter durch bewusste Auseinandersetzung mit der gegebenen Wirklichkeit. Wagt man dann zusammen den Sprung ins Ungewisse, ist und bleibt es zunächst eine zusammengewürfelte Motivgemeinschaft. Man merkt, wie wenig das persönliche Motiv trägt, wie sich die Zusammenarbeit gerne noch auf Freundschaftsbande stützen möchte. Diese aber sind, wie das Motiv selbst, vergangenheitsbestimmt, und alsbald stellen sich Enttäuschungen, Konflikte, ja Entfremdungen ein. Man kann dann nur dankbar sein, wenn Schmalhans Küchenmeister ist, wenn die Not der Vernunft gebietet und der Humor dominiert. Solche Zeiten der Nötigung zur Beschränkung auf das Wesentliche, auf zuvor nie geahnte Herausforderungen, hellt das im Motiv dunkel drängende Wollen auf. Die gemeinsame Einsicht beginnt die Zügel zu übernehmen, wo bisher die Not geschoben hat. Um die Pflege dieser Einsicht aber geht es. Sie vollzieht sich individuell und in Gemeinschaft auf verschiedenen Ebenen: Individuell weitet sich die Einsicht durch die Schulung des Denkens und Fühlens im Miterleben des rhythmischen Wechsels der Naturerscheinungen im Spiegel des Wandels des Verhältnisses von Erde, Sonne, Mond und Sternen im Jahreslauf, ferner in der Anschauung der ruhenden Gesteinswelt in den Formen der Landschaft sowie im Wandel der Lebensvorgänge in Böden, Pflanzen und Tieren – und gesamthaft als Glieder eines höheren Ganzen. Das Interesse erwacht, wie neu geboren; was man glaubt zu wissen, wird erneut zur Frage; aus der Dumpfheit des Motivs erwacht eine Forschergesinnung; der Anschauung erschließen sich auf neue Art Beziehungszusammenhänge, ein persönlich erkennendes






