Eine freie Initiative von Menschen bei mit online Lesekreisen, Übungsgruppen, Vorträgen ... |
| Use Google Translate for a raw translation of our pages into more than 100 languages. Please note that some mistranslations can occur due to machine translation. |
Translations:Benutzer:Arian/Klett-Mini-Test/660/de
Das Fühlen in Gleichheit, der Weg zum lebendigen Rechtsempfinden
Im Fühlen erlebt sich der Mensch träumend dem Geist nahe (Abbildung 10, S. 172). Nach oben, zum wachbewussten Denken hin, hellt sich das Fühlen auf, verliert aber an Geistnähe. Nach unten zum Wollen hin wird es geisterfüllter, verliert sich schließlich aber in die Bewusstlosigkeit. Im Fühlen lebt der Mensch ganz gegenwartsbezogen in den wechselnden Stimmungen des Zeitgeschehens und der Verhältnisse von Mensch zu Mensch. In gleicher Weise kann man weder Vergangenheit noch Zukunft fühlen. Beide müssen sich erst vergegenwärtigen: die Vergangenheit, indem sie in Gedanken nachgeschafft; die Zukunft, indem sie vorausgefühlt wird. Jeder Hof hat seine, jede Dorfgemeinschaft ihre Biografie. Sie findet sich niedergelegt in den Annalen, die ein nur schattenhaftes Bild des Lebens, Leidens und Treibens vergangener Generationen vermitteln. Diese Biografie hat sich auch der Landschaft eingeschrieben, den Äckern, Wiesen, Wäldern, dem Viehbestand etc., dem atmosphärischen Umkreis. Auf diese Merkzeichen muss der Landwirt nachempfindend seine Aufmerksamkeit richten, muss sich in Gedanken ein möglichst weit zurückreichendes Geschichtsverständnis aneignen, das seinem Fühlen Nahrung gibt. Nur durch solches, bewusstes Erfühlen des Vergangenen kann er wieder lernen, in Ehrfurcht, Liebe und Treue dieses Gewordene in das Gegenwärtige herauf zu verwandeln. Es bezieht sich auf alles das, was uns heute zeitnotwendig als Aufgabe gestellt ist: Die Neubelebung des landwirtschaftlichen Organismus mit allen Organen, die ihn konstituieren, sowie die bewusste Einpflanzung des Entwicklungsgedankens durch ideengetragene Arbeit. Das Denken spinnt den roten Faden der Kulturleistungen der Vergangenheit bis herauf in die Gegenwart und stärkt die Kraft des Fühlens für das, was hier und jetzt die Natur fragend von uns erwartet.






