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Translations:Benutzer:Arian/Klett-Mini-Test/665/de
Dieses nach außen gerichtete Erleben der Naturerscheinungen individualisiert sich mit Blick auf das Hofganze. Erst in der Intimität des Fühlens belebt sich der Begriff der Geschlossenheit des landwirtschaftlichen Organismus. Wird das Fühlen selbst zum Organ eines tieferen Naturerlebens, geht man einen einsamen Weg, doch auf gebahnter Strecke. Was man fühlt, ist vorgegeben, hat sinnenfällige Gestalt angenommen. Anders ist das im Verhältnis von Mensch zu Mensch. Da fehlt der vorgegebene Sinn der Naturgesetzlichkeit. Im menschlichen Miteinander begegnet das individuelle Fühlen des einen dem individuellen Fühlen des anderen. Auf gleicher seelischer Ebene ist dieses Verhältnis geprägt von allen Facetten der Zu- und Abneigung, der Bejahung und der Verneinung, des Schön- oder Hässlichseins usw. Bei all dem Facettenreichtum muss man sich eingestehen, dass diese oder jene Art zu fühlen eine objektive Tatsache ist, und man mit Gedanken- und Willenskraft dem Fühlen dazu verhelfen muss, im Finden seiner Gleichgewichtslage, das Wahrheitsgefühl zu erwecken. Es ist dieses Herzenserfühlen, das im anderen Menschen den Gleichen erkennt, das das Vertrauen von Mensch zu Mensch schafft und damit den Boden für das Rechtsgefühl. Das wirklichkeitsgemäße Denken erhellt das Rechtsgefühl von Mensch zu Mensch und verdichtet es zu Vereinbarungen und Gesetzen. Im geläuterten Wollen entfacht es Initiative, die Liebe zur Tat. Im Vertrauen lebt der soziale Konsens; es verwandelt die widersprüchliche Ungleichheit im seelischen Erleben zum Bewusstsein der Würde der Gleichheit vor dem Recht. Das Vertrauen baut auf Vergangenes und schaut vorbehaltlos auf Zukünftiges.






