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Alle zeitgeschichtlichen Symptome weisen auf die Dringlichkeit einer neuen Naturordnung und einer neuen, das ganze Leben der Menschen umspannenden Sozialordnung. Wie der Mensch in Unkenntnis seines geistigen Wesens und demzufolge seiner Entwicklungsaufgaben dazu neigt, Unordnung zu schaffen, so ist es gerade die Kenntnis seiner selbst, die ihm die Augen öffnen kann für ein Ordnungsprinzip, welches für die Natur ebenso gilt wie für die Gestaltung des sozialen Lebens. Es ist die menschenkundliche Entdeckung Rudolf Steiners: die Dreigliederung des menschlichen Organismus nach Nerven-Sinnes-System, rhythmischem System und Stoffwechsel-Gliedmaßen-System (siehe S. 88 ff.). Das bisher Dargestellte und alles Folgende baut darauf auf. Rudolf Steiner versuchte, in dem Chaos nach dem Ersten Weltkrieg durch entsprechende Einrichtungen das soziale Leben in die funktionale Dreiheit von Geistes-, Rechts-, und Wirtschaftsleben zu gliedern, sodass jedes dieser Glieder sich autonom und zugleich in lebendiger Wechselwirkung zueinander entwickeln und zu einem höheren Ganzen des sozialen Organismus sich vereinigen kann.[1] Er rechnete damals auf die Bewusstseinsoffenheit der Arbeiterschaft, auf das in die kapitalgesteuerte Industrie hineingebannte Proletariat. Dieser großangelegte Versuch scheiterte, wie eingangs dargelegt, aus vielerlei äußeren Gründen. Die damals noch in der Landwirtschaft tätigen Menschen (ca. 40%) waren nicht in gleicher Weise von der sozialen

  1. Siehe hierzu u.a.: Rudolf Steiner: Die Kernpunkte der sozialen Frage, GA 23, Dornach 1976; sowie ders.: Zu sozialen und wirtschaftlichen Fragen der Gegenwart, GA 332b, Dornach 2020.