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Diesem ersten Schritt zur Wesenserkenntnis folgt ein zweiter, tiefergehender, wenn man sich denkend darin übt, die Verwandlung beispielsweise des Betriebsganzen im Jahreslauf zu verfolgen. Die eine Erscheinungsform verwandelt sich gesamthaft in eine andere. Dieselbe Winterweizen-Pflanze, die nach dem verborgenen Keimen in der Erde als Erstes im noch zusammengerollten ersten Blatt in Erscheinung tritt, verwandelt sich in eine solche, die nun aus den dicht zusammengedrängten Knoten weitere Blätter treibt (Bestockung), dann in eine solche, die ihre Blattrosette im Winter sternförmig an die Erde schmiegt, weiter in eine solche, die in der Wärme des Frühjahrs die Blätter stellt, dann in eine solche, die plötzlich als senkrechter Halm in die Höhe schießt, wieder als eine solche, die die Ähre schiebt, abermals in eine solche, die in der Ausbildung der Ähre ihr Wachstum beendet, und schließlich in eine solche, die unscheinbar blüht, sich selbst bestäubt (oder, wie der Roggen, die Sporen in gelben Wolken dem Wind übergibt). Es folgen die Verwandlungsstufe des völligen Absterbens und in dessen Verlauf die Reife des Kornes oder Samens und zuletzt dessen Ablösung von dem Lebenszusammenhang der Mutterpflanze, Zukünftiges in sich tragend. So prägen in stetem Wandel die Summe aller Pflanzen und mit ihnen die Summe der Tiere das Antlitz der Hofgemarkung. Zwischen jedem dieser Verwandlungsschritte besteht ein offensichtlicher Zusammenhang, denn es ist ja immer ein und dieselbe Pflanze, ein und dasselbe Tier, das sich mal so mal anders darlebt. Was sich da verwandelt, wird wahrnehmbare Erscheinung; wie es sich verwandelt, bleibt im Dunkel. Die Kräfte, durch die die eine Erscheinungsform aus der anderen hervorgeht und die so den «Verwandlungszusammenhang»[1] bewirken, bleiben unsichtbar. Der Übergang des einen zum anderen wird entweder nicht zur Frage, oder man verliert sich in der Theorie.
- ↑ Jochen Bockemühl: Ebd.






