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Ein dritter Schritt der Forschung führt schließlich zum Erfassen der Komposition des durchseelten Lebendigen, der «Lebenszusammenhänge»[1], wie sie sich in der Natur allgemein und im biologisch-dynamischen Betrieb im Besonderen zeigen. Jede höhere Pflanze bildet mit Wurzel, Stängel, Blattfolge, Blüte und Samen einen Lebenszusammenhang, ebenso das schier unendliche Beziehungsgefüge des «oikos», des Hauses der Natur, das sich wieder zu einer Vielzahl von Lebensgemeinschaften (Biotopen) differenziert, und ebenso in dem, was aus den Vorgaben der Natur von Menschenhand als landwirtschaftlicher Organismus geschaffen wird. Den Lebenszusammenhang desselben bildet die maßvoll aufeinander abgestimmte Komposition von Ackerbau, Viehhaltung, Garten-, Obst- und Heckenbau, Wiesen-, Weide-, Wald und Gewässerwirtschaft. Dieser Komposition liegen im Großen und Ganzen die im Kosmos und Erde wesenswirksamen Kräfte zugrunde, eben jene, die den Übergang von der einen zur anderen Erscheinung bewirken. Die Naturgesetze sind bruchstückhafte Abstraktionen des Menschengeistes aus dieser übersinnlichen Kräftewelt, ein isoliertes Wissen, durch das der Landwirt seinerseits an dieser Komposition mitgestaltet. Wird dieses Wissen, ohne Erkenntnisbemühung um die Lebenszusammenhänge, zur bloßen, isolierten technischen Handhabe, z.B. Pestizide, Herbizide etc., so stiftet diese im Naturhaushalt unabsehbares Unheil. Es sind Willküreingriffe in die Wesensnatur des Lebendigen. Lebenszusammenhänge erkennen heißt, mit der Kraft lebendigen Denkens, aus der Summe der Erscheinungen und deren Wandlungen begrifflich in sich konsistente Ganzheiten inhaltsvoll herauszuschälen, wie beispielsweise den Organismus- und Individualitätsbegriff als grundlegende Idee hinsichtlich der Gestaltung landwirtschaftlicher Betriebe. Hiermit ist die Kernaufgabe der Forschung im biologisch-dynamischen Landbau angesprochen. Sie betrifft:

  1. Jochen Bockemühl: Ebd.