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Im Vorfrühling

Lange bevor das oberirdische Wachstum aus der Winterruhe erwacht, regt sich nach wenigen Tagen wärmender Sonne des Vorfrühlings, teils schon im Februar, ein überraschend lebhaftes Bodenleben. Die Bodenoberfläche hat sich infolge verdunstenden Wassers leicht aufgehellt, Luft und Wärme dringen in die Poren der obersten Bodenschicht ein, die vier Elemente beginnen sich wieder zu durchdringen. Es ist die Zeit, in der der Landwirt die Regie über die Bodenentwicklung im Jahreslauf übernimmt und ihn die Ungeduld überfällt, zu früh den Acker mit den schweren Zugmaschinen zu befahren. Um sich davor zu bewahren und sich ein klares Bild des Bodenzustandes zu machen, steigt er vom hohen Schlepper herunter, kniet auf dem Acker nieder, schiebt mit Hand und Arm die oberste Bodenschicht zur Seite, und mit Erstaunen stellt er fest, wie viele Unkräuter bereits gekeimt und zum Fädlingsstadium sich entwickelt haben, wie sich bereits Käfer tummeln, wie viele Ringelwürmer, Larven etc. bereits auf Nahrungssuche sind, vor allem aber, wie sich durch Mikrobentätigkeit die Frostgare des Winters in einer Krümelstruktur zu stabilisieren beginnt. Es vollzieht sich der Prozess der «Lebendverbauung».[1]

  1. Günter Trolldenier: Bodenbiologie. Die Bodenorganismen im Haushalt der Natur, Stuttgart 1982, 152 S.