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Der Keimling wächst aus Erdenstoffen und aus Kräften des Kosmos, die die Mutterpflanze im Mehlkörper dem Samen mitgegeben hat. Diese Quelle ist mit der Vollendung der Keimpflanze erschöpft. Welche Quelle muss nun neu erschlossen werden? Welches Nährgewebe tritt an die Stelle des verbrauchten? Es muss ähnlich wie dieses ein Produkt vergangener Lebensprozesse sein. Es ist der Humus, der durch Umbildung alles dessen entsteht, was an Rückständen die Pflanzen hinterlassen haben, außer dem, was in die Samenbildung eingegangen ist. Wie aber kann sich die ausgebildete Keimpflanze diese neue Nahrungsquelle, ob Nähr- oder ausgereifter Dauerhumus, erschließen? Hier kommt zunächst die Bildung der Faser- oder Kronenwurzeln in Betracht. Sie wachsen im Frühjahr aus den untersten ein bis zwei Knoten heraus und vermehren sich mit zunehmender Bestockung. Gegenüber den primären Keimwurzeln sind die Faserwurzeln sekundäre Bildungen. Sie wachsen oberflächennah und bilden einen Wurzelkranz, der in feinster Verzweigung die Krume durchzieht. Der eigentliche Humusaufschluss geschieht aber durch die genannten Wurzelhaare, durch deren Besatz auf Keim- und Faserwurzeln die Wurzeloberfläche um ein Vielfaches vergrößert wird. Über die Wurzelhaare geht die aufsprießende Pflanze eine direkte Verbindung mit dem umgebenden Erdreich ein.