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Wenn auch die Niederschlagsmenge im Sommer in der Regel infolge der Starkregen der Gewitter ein Jahresmaximum erreicht, so verdunsten diese meist ebenso rasch bzw. gehen je nach Strukturzustand der Böden durch Oberflächenabfluss verloren. Letzteres ist in der Regel unter Maisbeständen der Fall, schon bei flach geneigter Hanglage. Hatten wir im Winter Wassersättigung und Kühle in den Böden, so sind im Sommer die Poren luft- und wärmeerfüllt. Mit der einsetzenden Trockenheit reduziert sich die abbauende Tätigkeit der Mikroben im Boden. Stattdessen beherrscht jetzt die Bodentierwelt die Szene. War es im Winter das prozessuale Vorherrschen des Physischen, im Frühjahr das des Ätherisch-Belebten, so ist es im Sommer das des Seelisch-Astralen. Durch die Tätigkeit der in Luft und Wärme lebenden Bodentiere finden Prozesse der Verinnerlichung, der Astralisierung statt. Waren im fortschreitenden Frühjahr die Bodentiere durch ihre wühlende und grabende Tätigkeit und die Hinterlassenschaft ihrer Losungen wesentlich am Aufbau einer grobporigen Bodengare beteiligt und ihres Röhrensystems, so verändert sich gradweise ihre Funktion vom Sommer zum Herbst hin. Sie finden jetzt reichlich Nahrung an absterbender organischer Substanz vor allem im durchwurzelten Oberboden und sorgen dafür, dass dieser «Nährhumus» im Durchgang durch den Verdauungstrakt in dauerhafte Humusformen übergeführt wird. Was im Frühjahr zugunsten des vegetativen Wachstums der Pflanzen an Humus abgebaut worden ist, das restituiert sich durch die humusaufbauende Tätigkeit der Bodentierwelt vorzüglich ab dem Hochsommer (Abbildung 13, S. 222). Dieser Prozess des Humusaufbaus verläuft zeitlich polar zu dem der Kristallisation während des Winters und vollzieht sich im Dunkeln der Erde. Infolgedessen müssen alle pflanzlichen Rückstände des aufsteigenden Jahreslaufes im absteigenden in den Boden eingearbeitet werden. Das geschieht durch einen Bearbeitungsgang, der die organischen Rückstände über dem Boden, wie Stoppeln, Stroh- und Druschreste, Unkräuter, in die Bodengareschicht einmischt. Diese «Mulchbearbeitung» greift tiefer als die Hautbearbeitung im Frühjahr, aber idealiter nicht tiefer, als die vom Frühjahr her vorgebildete Gareschicht reicht (ca. 8–10 cm). Ist diese voll ausgereift, hinterlässt sie nach der Bearbeitung eine feinkrümelnde Schicht, die den kapillaren Wasseraufstieg unterbricht, so vor weiterer Verdunstung schützt, Starkregen aufnimmt und ein Keimbett für Ausfallgetreide und Unkrautsamen schafft (Abbildung 13, S. 222).