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nimmt die Taubildung wieder zu, die Morgennebel ziehen auf, füllen die Täler. Es kündigt sich ein neues jahreszeitliches Geschehen an, dessen Erscheinungsformen dem Frühjahr polar gegenüberstehen. Während in diesem die Kräfte der Erde in den Umkreis ausströmen und dabei die emporwachsenden Pflanzen gleichsam mitnehmen, die Erde also ausströmt, was sie in winterlicher Ruhe in sich barg, im Sommer sich das alles in dem Reichtum der Formen und Farben, in die Bildung der nährenden Früchte ausgegossen hat, im Herbst findet es in einem großen Einatmungszug wieder zurück zur Erde.[1] Die eigentliche Herbststimmung lebt so recht um Michaeli Ende September auf und setzt sich häufig in warmen, goldenen Tagen bis in den Oktober hinein fort. Auf der Krume einer frisch eingesäten Herbstsaat erscheint plötzlich ein silbriger Glanz eines über die Weite des Feldes gewobenen Netzes von Spinnenfäden; der «Altweibersommer» ist da! Es ist die Zeit, in der die letzten Früchte das Feld räumen, wie die Runkel- und Zuckerrüben, der Kohl, die Möhren u.a. Für diese späten Hackfrüchte bedeuten die goldenen durchsonnten Oktobertage noch einen erheblichen Ertragszuwachs und vor allem die höchste Stufe der Qualitätsbildung in der Vollreife. Dasselbe gilt für die spät reifenden Obstarten sowie die Weinrebe. Es ist ferner die Zeit, wo die verholzende Baum- und Strauchnatur, ob in Obstanlagen, Hecken und Feldgehölzen oder in den Wäldern, nochmal in den Blättern in erdfarbenem Glanz «aufblühen», bevor nach dem ersten Frost in der Sonne des anbrechenden Tages lautlos hier eines, dort ein anderes herab zur Erde rieselt oder während der einsetzenden Novemberstürme mit einem Mal das Geäst leergefegt ist.
- ↑ Siehe z.B. Rudolf Steiner: Der Jahreskreislauf als Atmungsvorgang der Erde und die vier großen Festeszeiten, GA 223, Dornach 1990.






