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Rudolf Steiner beschreibt das Vermögen der Stickstoffbindung der Leguminosen als einen Vorgang der «Einatmung», währenddem alle anderen Pflanzen der «Ausatmung nahestehen».[1] Die Stickstoffeinatmung der Leguminosen ist ein Prozess vergleichbar dem, «was auf unseren Epithelzellen [der Lunge; Einfügung durch den Verfasser] geschieht»[2]. Die Symbiose mit den Rhizobien ist endogen; sie bilden eine physiologische Einheit mit der Mutterleguminose. Sie wandern aus dem Boden in die noch junge Pflanze ein und vermehren sich dort unter Bildung der Wurzelknöllchen. Sie sind also sekundär eine Gabe der Erde an die Leguminosen-Pflanze, durch die diese in die Lage versetzt wird, das anorganisch tote Element des Luftstickstoffs (N2) zu beleben und dadurch das Seelisch-Astrale, dessen Träger der Stickstoff ist,[3]innig mit dem Lebensgeschehen zu verbinden. Die Erscheinungsformen der Leguminosen zeugen in vielerlei Merkmalen bis in die Gestaltung der Blüte in einem höheren Grad von einer in die Lebensprozesse einverwobenen Innerlichkeit, als das bei den anderen Blütenpflanzen der Fall ist.

  1. Rudolf Steiner: Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft, GA 327, Vortrag vom 11. Juni 1924, Dornach 1999, S. 80.
  2. Ebd., S. 80.
  3. Ebd., S. 71.